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Ein Psalm für die wild Schweifenden

Roman Cover Ein Psalm für die wild Schweifenden

Dieses Buch ist zauberhaft. Aber sein Inhalt ist schwer zu erklären, weil er so schwer zu greifen ist. Das beginnt schon mit dem Genre. Eine Zukunftsgeschichte. Irgendwie Science-Fiction, obwohl das gar keine Rolle zu spielen scheint. Es ist auf eine Art philosophisch, die nicht moralisch daher kommt. Gleichzeitig ist es moralisch, ohne dabei belehrend zu sein. Es gewährt einen Einblick in das menschliche Sein, verzichtet dabei aber auf die großen Theorien. Die Heldenperson ist religiös, aber die Religion kommt ohne Zwänge, Strafen und Drohungen aus. Und obwohl sie in der Geschichte allgegenwärtig ist, ist sie nicht der Mittelpunkt, um den sie sich dreht.

Der Roman bietet einen Einblick in die Zukunft. Aber anders als man es erwartet, ist diese Zukunft nicht dystopisch. Keine Spur von Untergangsstimmung. Keine heile Welt, aber ein erstrebenswerter Entwurf. Eine Utopie, die sich gar nicht wie eine Utopie anfühlt, weil sie die logische Konsequenz rationalen Handelns zu sein scheint.

Becky Chambers hat einen Reise-Roman geschrieben, der einen auf alle möglichen Wege mitnimmt. Durch eine fremde, und doch merkwürdig bekannte Welt. Durch die kur vor der vollendung stehende menschliche Gegenwart, in eine entfernte Zukunft. Durch das Leben einer Heldenperson zum eigenen Ich. Erleuchtend und gleichzeitig kaum spirituell.

Ein Psalm für die wild Schweifenden, ist eine Leseempfehlung ohne weitere Hinweise. Kauft das Buch, lest nicht den Klappentext, beginnt mit der ersten Seite und lasst euch auf das ein, was euch begegnet. Die anfängliche Verwirrung wird schnell einem kurzweiligen Lesevergnügen weichen.

Becky Chambers
Ein Psalm für die wild schweifenden
Roman
Carcosa Verlag

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