Beim Aufräumen habe ich neulich diesen Text gefunden. Gedichtet vor vielen Jahren, kann ich den Hintergrund heute gar nicht mehr genau bennen. Aber irgendwie mochte ich das Gedicht, als ich es nach so langer Zeit mal wieder gelesen haben. Passiert mir bei meinen eigenen Texten nicht so häufig.
Mosaike
Nicht immer,
nur in Scherben
ist der Mensch,
sind wir,
uns selbst sehr nah.
Jede Lebensscherbe,
ging aus einem Riss hervor,
der knirschend,
schmerzhaft
durch unser Gewissen drang.
Als Ganzes sind wir
unschuldig,
die Gedenken rein,
vollkommen,
und opferwillig.
Doch mit jedem Riss,
mit jeder Scherbe,
stumpft unser Gefühl,
und wird das Ego
scharfkantiger.
Dann brauchen wir
Andere, Menschen,
Lebenskünstler,
die aus unseren Schwächen
Mosaike bauen.
Die sich auf
Form,
auf Symmetrie verstehen.
Die Gleichgewicht und schenken
und Schönheit neu entdecken.
Ob wir als
Scherbenhaufen
oder Kunstwerk
einst die letzten Sonnenstrahlen atmen,
hängt stets vom Künstler ab.
Nur wer
vertraut
und hofft
und liebt,
kann als Ganzes einst zerfallen.

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